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VDZ Online Publishers Tour USA @Google News: „Audience Development: Viele Publisher haben nicht verstanden, wie sehr anders das Online-Ecosystem funktioniert“

Schlagwörter: Allgemein, Executive Consulting, Graffiti, Graffiti AdSales, MediaMillion AdSales, SalesLounge, VM-L Lesersystem

Besuch bei Google, dem „Technologieunternehmen“ und „Partner der Verlage“ in Mountainview, Silicon Valley. Meeting mit Richard Gingras, News and Social, zu Themen Audience Development, Un-Bundling und Aggregatoren.

Vortrag des charismatischen Richard Gingras, der nach umfangreicher Biografie nun als „Senior Director for News and Social Products“ bei Google arbeitet („it´s hard to say no“ als Begründung für seinen beruflichen Wechsel vom CEO der Salon Media Group zum Google-Imam).

Eingangs kurze Fakten zu Google News:

  • 56.000 Publisher sind auf Google News
  • Die Erscheinung auf Google News kann vom Publisher über die robots.txt unkompliziert ein- oder ausgeschaltet werden
  • Es gab und gibt keine Anzeigen auf Google News
  • Google „Search“ und „Google News“ arbeiten getrennt, es gibt keine Datenverbindung dazwischen

Im weiteren Verlauf freie und durchaus in den Bann ziehende Rede des Richard Gingras. Daraus unvollständig notierte Inhalte:

Un-bundling und Aggregatoren: Das Erfolgsrezept im Online-Ecosystem

Welche (Medien-) Produkte sind online erfolgreich?: Viele Publisher hätten nicht verstanden, wie das Online-Ecosystem funktioniert. Um in Digital erfolgreich zu sein, muss man das darunter liegende Distributionssystem mit seinem „Un-bundling“-Charakter komplett verstanden haben. Beispiel „Guardian“: Mit einer bescheidenen Printauflage von 200.000 Exemplaren hat der Guardian es verstanden, 50 Millionen „unique users“ pro Monat online zu erreichen.

Credo von Gingras ist die De-Aggregation (un-bundling) von Inhalten aus seinem Publikations-Gesamtmantel heraus („one all-things-for-all-people-product does not work on the internet“) und die Verbreitung jedes einzelnen Inhalts über die online verfügbaren Distributionskanäle mit ihrer User- und Bedarfs-spezifischen Wieder-Aggregation durch intelligente Apps (wie News 360, Companion, StumbleUpon etc.).

„I typically guide people not to waste money on SEO“:

Die Zukunft von Medieninhalten liege nicht im Finden durch den Anwender durch Suche, sondern durch die Präsentation innerhalb eines vom Anwender bevorzugten Aggregators. Andere Vorgehensweisen seien zwar tägliche Publisher-Praxis, aber nicht zielführend. Das aber nur nebenbei, Google sähe es nämlich nicht als seine Aufgabe an „to debug internal processes and systems“.

„Unendliche Reichweite, ausreichend Chancen zur Monetarisierung“

Erfolgsfaktor für Publisher sei die im Internet unendliche Audience, die in ihrer Quantität und Qualität von Offline-Medien gar nicht erreicht werden könne, beispielsweise sei der besondere Sportteil einer Zeitung nicht nur im lokalen Verbreitungsgebiet, sondern unter Umständen für Leser überall auf der Welt attraktiv.

Die Zielgruppe sei verfügbar, und sie lese dank dem Internet heute mehr denn je. Und: Da Zielgruppen-Individuen heute so viel Zeit online verbringen, gäbe es auch hinreichend Chancen, dies zu monetarisieren: „Ad Business is still going to evolve“.

„Qualitätsjournalismus wird praktisch versteckt“

Ein weiterer Gedankengang von Richard Gingras: Qualitätsjournalismus teilt sich als solcher dem User nicht mit. „You do this under the covers, it´s not displayed enough, you should brag about it“ – man könne damit gar nicht genug angeben, und dazu gehöre es nach der Logik von Gingras eben, die Inhalte zu de-aggregieren und für deren (Einzel-) Distribution zu sorgen.

„Create new products, build new audiences“

Im Digitalen müssen Publikationen lt. Gingras also neu gedacht werden („clean canvas“). Depressives Abwarten, Erhalt von Status Quo durch staatliche Subventionen, Beibehalt alter Strukturen und gewerkschaftliche Besitzstandswahrung seien kontraproduktiv: „Create new products, build new audiences!“

Ein Interview mit Richard Gingras vom Tour-Teilnehmer Dr. Wolf Siegert kann man hier anhören.

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Über Helmut Müller

Helmut Müller ist Produzent von betriebswirtschaftlichen Prozessmanagement- und Informationssystemen für Medien, Handel und Dienstleistung, die täglich auf vielen tausend Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Sein Schaffen fokussiert die vielfältigen Nutzen von verknüpften Daten. Helmut Müller ist verantwortlich für Strategie + Evolution bei muellerPrange, ist Gründer des Mediendienstleisters mROBOTA und ist Executive Consultant für Führungskräfte in Medienunternehmen.